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AKTUALITÄT | TIPPS | 06 September 2017

Worauf sollten Sie bei der Wahl Ihrer Wander- und Trekkingschuhe 2017 achten?

Nachfolgend versuchen wir, Ihre Fragen in Bezug auf die Wahl geeigneter Wander- und Trekkingschuhe zu beantworten.

Die Auswahl an geeigneten Wander- und Trekkingschuhen ist groß. Es sind fast so viele Modelle am Markt erhĂ€ltlich, wie es GelĂ€ndearten und Trekkingtypen gibt.

Die Anforderungen an Wander- und Trekkingstiefel im Rahmen einer mehrtĂ€gigen Trekkingtour durch lockeres, unzugĂ€ngliches GelĂ€nde im Mittel- und Hochgebirge unterscheiden sich erheblich von den Anforderungen an Bergschuhe fĂŒr leichte, mehrstĂŒndige Wanderungen.

Das Sortiment umfasst Stiefel, halbhohe Stiefel oder Schuhe, mit oder ohne wasserdichter, atmungsaktiver Membran, die dem Fuß mehr oder weniger Schutz bieten.

Wander- und Trekkingschuhe werden aus unterschiedlichen Materialien gefertigt, so dass bestimmt fĂŒr jeden Geschmack etwas dabei ist. Heutzutage sind am Markt Stiefel und Schuhe fĂŒr spezifische Einsatzzwecke und AktivitĂ€ten erhĂ€ltlich, was die Auswahl des richtigen Schuhwerks entscheidend erschwert.

Wir werden versuchen, die Unterschiede zwischen den einzelnen Schuhen und Stiefeln aufzuzeigen. Im Allgemeinen sind bei der Wahl des richtigen Wanderschuhs eine Reihe externer (Art der AktivitÀt, Ort - Orographie, GelÀnde, Meteorologie, Gewicht des GepÀcks, etc.) und persönlicher Faktoren (körperliche Fitness, Erfahrung, Körperbau, etc.) zu beachten.

WELCHE ANFORDERUNGEN SOLLTEN WANDER- UND TREKKINGSCHUHE ERFÜLLEN?

  • Schutz:

    Trekkingschuhe mĂŒssen die FĂŒĂŸe schĂŒtzen, da man bei Wanderungen durch Naturlandschaften und Gebirgen leicht ĂŒber Steine, Wurzeln o. Ă€. stolpern bzw. sich dagegen stoßen kann. Deswegen sollten Wander- und Trekkingschuhe ĂŒber eine Gummikappe im Zehenbereich zum Schutz der Zehen, eine Fersenkappe zum Schutz der Ferse sowie Rist- und Seitenschutz verfĂŒgen. Ohne diese speziellen Schutzsysteme können die FĂŒĂŸe leichter verletzt werden, wodurch der Wanderer zu mehr Vorsicht angehalten ist und sich in komplexerem GelĂ€nde unsicherer bewegt. Die Folge: Verlust von Sicherheit.

    Diese Schutzsysteme stĂŒtzen zudem den Fuß. Bei Wander- und Trekkingschuhen wird der Fuß auch bei HangĂŒberquerungen fest in seiner Position im Stiefel gehalten, wĂ€hrend beim Tragen von normalen Sportschuhen der Fuß den Schuh Richtung Neigung drĂŒckt, was die Gehbewegung behindert.

    Wichtig: Wander- und Trekkingschuhe sollten nicht nur Schutzsysteme am Fuß, sondern auch am Knöchel besitzen. Aus diesem Grunde sind Wander- und Bergstiefel oftmals die richtige Wahl. Auf das Thema Schuhe - Halbstiefel - Stiefel gehen wir etwas spĂ€ter genauer ein.

  • Griffigkeit:

    SĂ€mtliche Sportschuhe sollten ĂŒber eine geeignete Sohle verfĂŒgen. Im Bereich Berg- und Wandersport erfĂŒllen Sohlen noch andere wichtige Funktionen, nĂ€mlich, fĂŒr den jeweiligen Einsatz besten Halt, Sicherheit und Komfort zu bieten.SĂ€mtliche Sportschuhe sollten ĂŒber eine geeignete Sohle verfĂŒgen. Im Bereich Berg- und Wandersport erfĂŒllen Sohlen noch andere wichtige Funktionen, nĂ€mlich, fĂŒr den jeweiligen Einsatz besten Halt, Sicherheit und Komfort zu bieten.

Die Sohle steht im stĂ€ndigen Kontakt mit dem GelĂ€nde und sollte insbesondere bei anspruchsvollen Wanderungen durch komplexe GelĂ€nde fĂŒr gute Trittsicherheit sorgen. Materialmix und Design spielen bei Wander- und Trekkingschuhen eine fundamentale Rolle. Die PrĂŒfung der Materialien kann sich als zeitintensiv erweisen. Damit gute Griffigkeit in trockenem sowie feuchtem GelĂ€nde, auf festem oder lockerem Boden, in Schnee, Schlamm, etc. gewĂ€hrleistet ist, basieren die Sohlendesigns auf tiefen Rillen in unterschiedliche Richtungen. Dank des Rillenmusters verlieren die Schuhe auch beim Anstieg oder bei HangĂŒberquerungen nicht an Griffigkeit und beugen Ausrutschen vor. Bei Abstiegen bremst das Profil im Absatz die Gehbewegung effizient ab.

Die Sohle ĂŒbernimmt zudem die Funktion einer Schutzbarriere. Weiche Sohlen, wie z. B. bei Runningschuhen, haben den Nachteil, dass die FĂŒĂŸe mit dem GelĂ€nde in engem Kontakt stehen und sich die Bodenbeschaffenheit (harte Böden, Steine, Wurzeln, ...) direkt auf sie ĂŒbertrĂ€gt.

Viele der fĂŒhrenden Wanderschuhersteller setzen bei ihren Modellen auf den Einsatz von Vibramsohlen. Einige Hersteller haben jedoch eigene Sohlen mit umfassender Garantie entwickelt, wie die StealthÂź-Gummisohle von Five.Ten, die ContagripÂź-Sohlen von Salomon oder die AsicsÂź-Gummisohle von Haglöfs.

GĂŒnstige Wander- und Trekkingschuhe verfĂŒgen hĂ€ufig ĂŒber Sohlen von zweifelhafter QualitĂ€t. In diesem Zusammenhang möchten wir daran erinnern, dass im Gebirge QualitĂ€t und Leistung direkt mit der Sicherheit in Verbindung stehen.

  • AtmungsaktivitĂ€t/WasserundurchlĂ€ssigkeit:

    Im Bereich Bergkleidung und -schuhe liegt die Herausforderung in der ErfĂŒllung des Binoms AtmungsaktivitĂ€t-WasserundurchlĂ€ssigkeit.

    Da die Schuhe einerseits bequem sein, trocken halten und Überhitzung vermeiden sollen, mĂŒssen sie atmungsaktiv sein.

    Andererseits sollten Schuhe bei Wanderungen und Trekkingtouren die FĂŒĂŸe auch gegen Schnee, Regen, NĂ€sse (Schlamm, PfĂŒtzen, FlĂŒsse, die ĂŒberquert werden mĂŒssen, taunasse Wiesen, etc.) sowie gegen Verletzungen schĂŒtzen.

    Wander- und Trekkingschuhe mit Membran lösen dieses Problem teilweise, da sie atmungsaktiv und gleichzeitig wasserundurchlÀssig sind. Zu beachten ist jedoch, dass Schuhe mit Membran nicht ganz so atmungsaktiv sind wie Schuhe ohne Membran.

Harte und widerstandsfĂ€hige Trekkingstiefel sind aufgrund des Einsatzes unterschiedlicher Materialien ĂŒbereinander nur gering atmungsaktiv.

FĂŒr Wanderungen bei ĂŒberwiegend warmem Wetter durch selten feuchtes, gut begehbares GelĂ€nde und auf einfachen Wanderwegen können weniger widerstandsfĂ€hige Schuhe ohne Membran die bessere Option sein.

Wir möchten jedoch nochmals betonen, dass normalerweise Sicherheit und Schutz vor anderen Faktoren vorrangig zu behandeln sind.

  • Sicherheit:

    In RealitĂ€t wird Sicherheit durch die ErfĂŒllung der vorstehenden Anforderungen gewĂ€hrleistet. Schuhe, die Griffigkeit in jedem GelĂ€nde und bei allen Wetterbedingungen garantieren, vor Stoß- und Reibungseinwirkungen auch in unwegsamen GelĂ€nde schĂŒtzen, die FĂŒĂŸe auch bei Schnee, Regen und NĂ€sse trocken halten und das Gewicht des GepĂ€cks effektiv abfedern, sorgen fĂŒr ungetrĂŒbte Wanderfreuden auch durch anspruchsvolles GelĂ€nde, wie Hochgebirge oder wilde Naturlandschaften.

    Wer die Sicherheit bei Wander- und Trekkingschuhe prioritĂ€r behandelt, muss manchmal mit leichten Einbußen in puncto.


  • Komfort rechnen:

    Vorsicht: Das muss genauer erklĂ€rt werden. Hiermit soll nicht gesagt werden, dass wir unbequeme Schuhe tragen mĂŒssen.

    Passform und Komfort sind ausschlaggebend dafĂŒr, dass das Wandern Spaß macht (jeder trĂ€gt gern bequeme Schuhe), dass die Schuhe den FĂŒĂŸen keinen Schaden (wie SchĂŒrfwunden und Blasen) zufĂŒgen und dass wir sicher gehen, wodurch letztendlich die Gefahr von UnfĂ€llen entscheidend verringert wird.

Wir dĂŒrfen jedoch den Komfort bei der Wahl eines geeigneten Schuhs nicht mit Komfort im Allgemeinen verwechseln. So tragen sich generell Schuhe bequemer als Stiefel bzw. weiche Schuhe bequemer als feste Schuhe. Die Wahl des geeigneten Schuhwerks sollte jedoch immer von der spezifischen Situation und AktivitĂ€t abhĂ€ngen.

Nach Wahl der richtigen Schuhe kommt der Aspekt Komfort ins Spiel: Sollte fĂŒr eine bestimmte AktivitĂ€t Stiefel erforderlich sein, kann unter den Wander- und Trekkingstiefel das Modell mit den erforderlichen Eigenschaften ausgesucht werden, das sich am besten trĂ€gt. Man sollte sich jedoch nicht dazu verleiten lassen, Sandalen oder Turnschuhe zu tragen, nur weil sie bequemer sind. Komfort ist bei der Wahl geeigneter Wander- und Trekkingschuhe immer sekundĂ€r zu behandeln.

Moderne Wander- und Trekkingschuhe sind in keinerlei Weise mit den Bergstiefeln vergangener Tage vergleichbar. Kein Kampf mehr mit engen Ösen und steifen SchnĂŒrbĂ€ndern, die dem Fuß nur bedingten Halt in den Stiefeln boten. Die Schuhe und Stiefel, die sich heutzutage auf dem Markt befinden, sind genauso bequem wie Turnschuhe oder sogar noch bequemer, fĂŒgen den FĂŒĂŸen keinen Schaden zu und passen sich der Form des Fußes wie ein Handschuh an.

Der Verweis auf diese Tatsache ist uns wichtig, da gegenwĂ€rtig aufgrund der Schnelllebigkeit der Gesellschaft und durch Aussagen bestimmter Testimonials Komfort mehr Bedeutung als Sicherheit eingerĂ€umt wird. Professionelle Trekking- und Wanderer verfĂŒgen zweifelsohne ĂŒber ein Maß an Fitness, Technik und Erfahrung, das weit ĂŒber dem des Durchschnittswanderers liegt, und tragen gewöhnlich kaum GepĂ€ck.

Der Faktor Sicherheit sollte bei der Wahl geeigneter Wanderschuhe stets an erster Stelle stehen.

STIEFEL, HALBHOHE STIEFEL ODER SCHUHE-SPORTSCHUHE?
Trekkingschuhe (darunter auch Trailrunningschuhe fĂŒr Ultras, wie der Ultra Raptor von La Sportiva) sind heutzutage sehr bequem und reichen im Gegensatz zu Lauf- oder Sportschuhen bis knapp unter den Knöchel. Dadurch werden die Fußknöchel gestĂŒtzt, auch wenn in geringerem Masse als bei Stiefeln, und geschĂŒtzt.

Zudem verfĂŒgen sie ĂŒber Zehen-, Seiten- und Fersenschutz sowie ĂŒber eine bergtaugliche Sohle. Trailrunningschuhe und leichte Trekkingschuhe können jedoch unter UmstĂ€nden zu weich sein und bieten keinen 100 % Schutz in unwegsamen GelĂ€nde.

Da sie keinen Schaft besitzen, sind sie atmungsaktiver.

Heißt das also, dass wir diese Schuhe bei Trekkingtouren und Wanderungen tragen können? NatĂŒrlich! Genau dafĂŒr sind sie konzipiert. Heißt das also bei allen Bedingungen und AktivitĂ€ten? Die Antwort lautet nein.

Sportschuhe:

  • Sportschuhe sind wendefreudig und leicht, was viele Vorteile, jedoch auch Nachteile birgt.
  • Der niedrige Schaft von Sportschuhen schĂŒtzt den Fußknöchel nicht. Auch wenn dies in leichtem GelĂ€nde oder bei kurzen Wanderungen nicht allzu erheblich ist, spielt es nach einem langen Wandertag oder bei ErmĂŒdung eine wichtige Rolle, dass der Fuß in einem Stiefel gut gestĂŒtzt wird. Wer hat am Ende einer Tour im Gebirge noch nicht den Eindruck gehabt, dass sich sein Knöchel bei jedem komplizierten Schritt umbiegen wollte? Sportschuhe können sich auch beim Tragen von viel GepĂ€ck als problematisch erweisen,

    was jedoch letztendlich von der Fitness und der Erfahrung jedes einzelnen abhĂ€ngt. Auch wenn Sportschuhe von gut trainierten, erfahrenen TrekkingtourengĂ€ngern in bestimmten GelĂ€nde getragen werden können, sollten fitte und auch weniger fitte Gelegenheitswanderer eher zu anderen Schuhen greifen. Ehe man sich von Werbefotos zum Kauf bestimmter Kleidung und Schuhen oder zu bestimmten Verhaltensweisen verleiten lĂ€sst, sollte man sich erst einmal ĂŒber die eigene Fitness bewusst werden und die spezifische Situation prĂŒfen.
  • Beim Tragen von Trailschuhen auf Wander- oder Trekkingtouren sollte beachtet werden, dass die Sohle sehr weich ist. Schuhe mit weichen Sohlen eignen sich fĂŒr Wanderungen auf Wegen und in ebenem GelĂ€nde. Nur TourengĂ€nger mit Erfahrung, die das „GelĂ€nde“ fĂŒhlen möchten, sollten Sportschuhe wĂ€hlen. Gelegenheitswanderer und -tourengĂ€nger, die auch mal gerne die Wege verlassen, sollten Schuhe mit festerer Sohle tragen, da sie mehr Schutz und Sicherheit bieten.

Stiefel:

  • Wander- und Trekkingstiefel sind zwar weniger leicht und wendefreudig, schĂŒtzen aber besser und geben den FĂŒĂŸen beim Tragen von schweren RucksĂ€cken festeren Halt. Stiefel sind in unterschiedlichen Schafthöhen erhĂ€ltlich. Halbhohe Stiefel eignen sich fĂŒr jeden Einsatz und können eine gute Kompromisslösung zwischen Schuhen und Stiefeln sein.
  • Stiefel mit hohem Schaft bieten mehr Schutz, sind multifunktional und können bei Wanderungen, die keine großen technischen Anforderungen stellen, getragen werden.
  • Der Schaft eines Stiefels stĂŒtzt Fußknöchel und schĂŒtzt die FĂŒĂŸe effektiv gegen Schlamm, Regen, NĂ€sse, etc.


WANN SOLLTEN SCHUHE, WANN STIEFEL GETRAGEN WERDEN?
Wie bereits zuvor erwÀhnt, spielen neben externen Faktoren auch die eigene Fitness, Technikversiertheit und Erfahrung eine wichtige Rolle bei der Wahl des geeigneten Schuhwerks. Im Allgemeinen gilt:

  • Auf kurzen Wanderungen mit wenig GepĂ€ck und bei guten Wetterbedingungen können Schuhe oder Sportschuhe getragen werden.
  • Auf lĂ€ngeren mehrtĂ€gigen Touren mit viel GepĂ€ck, bei schlechten Wetterbedingungen (Regen, Schnee, NĂ€sse) oder in unwegsamen GelĂ€nde sollte Stiefeln der Vorzug gegeben werden.
  • Halbhohe Stiefel sind ein guter Kompromiss fĂŒr die Wanderer und TourengĂ€nger, die sich sonst Schuhe und Stiefel kaufen mĂŒssten.

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