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AKTUALITÄT | REPORTAGEN | 27 September 2017

Mont Blanc, 4808 m. 4 Routen zum höchsten Gipfel der Alpen - Wegbeschreibung der Anstiege

Den höchsten Berg der Alpen zu besteigen, ist eine der Herausforderungen, die wohl jeder Bergsteiger mindestens einmal im Leben in Betracht zieht.

Der höchste Berg Westeuropas wurde das erste Mal am 8. August 1786 von Michel Gabriel Paccard und Jacques Balmat bestiegen. Die damalige Route führte sie über den Bossonsgletscher bis zu einer Stelle, die sich unterhalb der heutigen Vallot-Hütte befindet, und von da aus diagonal (Ancient Passage) bergauf zu den Rochers Rouges, die schon oberhalb der 4000-Meter-Grenze liegen. Diese Route ist heutzutage so im Sommer nicht mehr möglich. Im 21. Jahrhundert ist der Anstieg sogar über den Bossonsgletscher kompliziert und wennnur im Winter und Frühling möglich. Im Sommer 2015 musste dieser Weg sogar bis zur Aiguille de Goûter gesperrt werden. Obwohl sich die Gletscher allmählich zurückbilden und ständig neue Gletscherspalten entstehen , ist der Anstieg auf diesen fast 5000 m hohen Berg im Herzen Europas weiterhin gesichert. Lohnt es sich immer noch, den Mont Blanc zu besteigen? Ist es gefährlich? Gibt es einen einfachen Weg, um den Massentourismus zu umgehen?

Wir haben den drei bekannten Routen eine weitere beigefügt, die unglaublich schön ist und auf der Höhe von 4300 m über die Durier-Hütte zum Dôme de Goûter führt. Obwohl diese Bergtour mit dem Schwierigkeitsgrads WS+ ausgezeichnet ist, handelt es sich um einen beachtlichen, langen, durchaus etwas heiklen, aber vor allem unvergesslichen Weg.

Neben ausreichender Erfahrung in hohen Gebirgen und der entsprechenden Ausrüstung empfehlen wir , diese Routen stets in Begleitung eines IVBV-geprüften Bergführers zu beschreiten. Mithilfe eines Bergführers können Sie den Anstieg in vollen Zügen genießen und müssen sich nicht um lästige Reservierungsvorgänge für die Hütten bemühen (z.B. ist für das Refuge du Goûter eine Reservierung ohne Bergführer gelegentlich noch nicht einmal möglich).


Text: David Atela

Fotos: David Atela, Jonás Cruces, Todovertical V+

MONT BLANC, 4808 M

ÜBER DEN GRAT UND DAS REFUGE DU GOÛTER

  • Empfohlene Jahreszeit: den ganzen Sommer über. Im Frühling und Herbst verschwinden die Seile im Schnee beim Anstieg zum Goûter , in diesem Fall überquert man alternativ den Payot-Grat (II ,Mixed und 45º, rechts des Grand Couloir).
  • Schwierigkeit: -WS (II-, 35° und ausgesetzt im oberen Gratteil). Gefahr durch möglichen Steinschlag beim Anstieg des Goûter, vor allem bei Wärme. Gletscherzone am Dôme de Goûter. Nach Schneefall verengt sich der Gipfelgrat und wird brüchig.
  • Zustieg zur Goûter-Hütte (4 h 30 min, 1470 Hm) Ansstieg zum Gipfel (3 h 40 min, 1060 Hm). Der Abstieg kann noch am selben Tag gemacht werden, eine Übernachtung in der Goûter- oder Tête Rousse-Hütte ist ebenfalls möglich.
  • Vorteile: bequeme Zustiege und günstige Lage der Goûter-Hütte. Wenig Gletscherpassagen. Bequemer Abstieg.
  • Nachteile: Stark begangen Steinschlaggefahr bei Anstieg zum Goûter. Gefahr am Gipfelgrat bei nicht stabilen Wetter oder fehlender Schneespur
  • Unterkunft: Refuge de Goûter (3815 m; FFCAM, geöffnet und bewartet von Juni bis September, 120 Schlafplätze, 20 Winterschlafplätze, Tel. 0450544093, muss reserviert werden. (Oft kann man nur in Begleitung eines Bergführers reservieren). Refuge Tête Rousse (+33 4 50 58 24 97 )

ANSTIEG
An der Westkante der Nordwand des Mont Blanc befindet sich eine verschneite Bergschulter, die Aiguille de Goûter, die 1861 (L. Stephen, F. Tuckett, M. Anderegg, J. Bennen und P. Perren) auf relativ einfach Weise über den steilen Westhang ab Saint Gervais erreicht wurde.

So konnte man zur Gletscherzunge gelangen, ohne dabei das zerklüftete und rissige Gletschertor passieren zu müssen. Hierfür wäre es notwendig, am Fels zu klettern, was aufgrund des schmelzenden Wassers, das während der Sommermonate aufgesogen wird, nun gefährlich ist (Steinschlaggefahr).

BIS GOÛTER

Ab Les Houches mit der Seilbahn von Bellevue oder mit dem Zug ab Saint Gervais (Preise sind ähnlich) geht es dann auf dem letzten Stück mit der Zahnradbahn weiter, diese führt uns bis zum Ausgangspunkt des Fußmarsches ab Nid d’Aigle (2372 m, 0 h; 3 h 30 min zu Fuß ab Bionnassay über das Chalet de l’Are).

Ein deutlicher Weg (ONO) führt durch eine steinige Morräne bis zum Fuß des Grats von Rognes (Hütte) und biegt dann rechts ab (SO) und verliert sich im steinigen Gebirgsausläufer (bequemer Pfad, Steinsockel), der sich vom Plateau, wo sich die Refuge de la Tête Rousse (3165 m. 2 Std.; 10 Min. rechts von der Route zum Goûter) befindet, entlangstreckt.

Von da aus, überqueren wir den Gletscher und , nähern uns einem beeindruckenden Couloir (der Grand Couloir, Fixseil, stetige Gefahr von Schnee- und Steinlawinen), den wir überqueren, um dann mit dem Anstieg zur Goûter-Hütte (teilweise mit Fixseilen ausgerüstet) zu beginnen (3815 m, 4 h 30 min).

GIPFELAUFSTIEG
15 Uhr ist eine gute Zeit, um von der Hütte (3815 m, 0h) aus zu starten. Es geht zu erst über die verschneite Bergschulter Aiguille de Goûter (SSO, anfangs breiter Grat) und dann direkt zur Steigung (SO 25-30°, einige Querspalten), die uns bis zur abgeflachten Spitze des Dôme de Goûter (4304 m, 1h 30 min). führt.

Am gegenüberliegenden Hang begeben wir uns wieder hinunter (OSO, sollte man vom Weg abkommen, muss aufgrund eingeschränkter Sicht besonders Acht gegeben werden) bis zum weiten Col du Dôme (4255 m, 1 h 40 min) und von da weiter bis zum Observatorium und zum Biwak Vallot (4362 m, 2 h). Wir setzen unseren Weg über den oberen Teil der schneebedeckten Flanke (SO) fort. Diese verengt sich und führt zu einem von Schnee bedecktem Grat, wo vor allem die verschneiten Spitzen der Les Bosses hervorstechen (OSO, sie werden links herum umrundet).

Ein kurzer Halt auf einem Absatz (4490 m, 2 h 30 min), um uns auf die Steigung zum Petite Bosse vorzubereiten. Anschließend erwartet uns eine verschneite Bergkante (OSO, anfangs nur leicht ansteigend, später mehr, SO und auf beiden Seiten stark abfallend, nur sehr schmaler Vorsprung an der Südseite), die uns zum Gebrigsausläufer La Tournette (4675 m, 3 h 20 min) führt. Die Kante wendet sich nach links und verliert allmählich an Steigung bis zur Ebene des breiten Gipfels des Mont Blanc (4808 m 3 h 40 min).

ÜBER DAS VAL VENY UND DIE GONELLA-HÜTTE. DER PAPSTWEG

  • Empfohlene Jahreszeit: Juni und Juli. Im Spätsommer gibt es eine anspruchsvolle Route über den Gebirgsausläufer Aiguilles Grises, bei der der offen liegende und unzugängliche Gletscher vermieden wird.
  • Schwierigkeit: WS (I , 40º). Anspruchsvolles Gelände im Mittelbereich des Gletschers des Dôme. Enge steinige und schneebedeckteAbschnitteum den Piton des Italiens und am oberen Teil des Grats (Goûter-Route). Längere Wanderung über verschneite abschüssige Gratpassagen(auf Wetterumschwung und Erschöpfung besonders achten).
  • Zustieg zur Gonella-Hütte (6 h, 1500 Hm). Gipfelaufstieg (7 h 30 min, 1830 Hm). Langer Abstieg zu einer gefährlichen Uhrzeit über den Gletscher (Übernachtung in der Gonella-Hütte). Oft verläuft der Abstieg dann über die Viertausenderroute bis zum Col du Midi und dann weiter zur Torino-Hütte (mit der Seilbahn bis Courmayeur).
  • Vorteile: Sehr elegante Strecke, technisch einfach (wenige Gletscherspalten) und wenig begangen.
  • Nachteile: langwierige Annäherung und schroffer Bereich am Anfang des Miagegletschers. Weite Entfernung zum Gipfel von der Gonella-Hütte aus. Stellenweise Gletscherspalten am Dômegletscher. Wenige Wegmarkierungen bis zur Kreuzung mit der Goûter-Route.
  • Unterkunft: Gonella-Hütte (3072 m, CAI Torino, von Mitte Juni bis August geöffnet und bewartet , 42 Schlafplätze, 25 Winterschlafplätze Tel. 390165885101).

GIPFELAUFSTIEG
Die erste Route zum Mont Blanc über die Südwestseite geht auf das Jahr 1868 zurück (F. A. Yeats-brown und J. Grange). 1872 (T. S. Kennedy, J. Fischer y J. A. Carrel) gelingt der Aufstieg zum Mont Blanc über den Gletscher des Monte Bianco. Dabei wird auch der Pass am Gletscher des Dôme (wo Jahre später dann die Schutzhütte Quintino Sella errichtet wird) und der ganze Gebirgsausläufer des Rocher du Mont Blanc, der zum Bossesgrat führt, erreicht.

1890 entscheiden sich die Brüder Bonin, L. Graselli, J. Gradin, A. Proment und Achille Ratt, letztere wird 32 Jahre später zum Papst Pius XI ernannt, über diese Route abzusteigen und in der Vallot-Hütte, die zu diesem Zeitpunkt noch eine Baustelle ist, zu übernachten. Heute kennt man diesen als den italienischen Normalweg.


BIS GONELLA

Das Val Veny durchquert man mit einem Auto oder einem Linienbus ab Courmayeur bis La Visaille (1660 m, 0h). Auf dem dortigen Pakplatz stellen wird unser Auto ab.

Ein alter Pistenweg führt bis zur Ebene des Lago di Combal (1950m, 1 h). Noch bevor wir den See erreichen, biegen wir rechts auf einen Pfad ab, der zu dem versteckten Lago di Miage führt und hinauf zur rechten Moräne des Miagegletschers steigt. Wir steigen den unwegsamen und steinigen Gletscher hinab und orientieren uns an den Markierungen und Steinmännchen (NNW und dann NW, Steine und darunter Eis) bis zur Stirnseite des Tals, dessen Ausmaße denen des Himalajas gleichen. Der Ausläufer der Aiguilles Grises macht den Punkt aus, an dem das Tal sich anfängt zu erheben (2460 m, 4 h 15 min).

Wir setzen den Weg über die Steigung, die vom Bionnassay aus zu uns führt, fort bis zum deutlich markierten Anfangspunkt des Pfads nach Gonella (2600 m, 4 h 50 min).

Der Weg führt am Fels vorbei und dann quer nach rechts (O) zum nächsten Tal, wobei man über die erdigen Absätze, Vorsprünge und dem zerklüfteten Fels mithilfe von Fixseilen an Höhenmetern gewinnt und letztendlich die Gonella-Hütte erreicht (3072 m, 6 h).

GIPFELAUFSTIEG
Der empfohlene Zeitpunkt für den Start ist ab Mitternacht von der Gonella-Hütte aus (3072 m, 0 h). Ein waagerechter Pfad führt uns entlang von markanten Abhängen zu einer Bergschulter und einer seitlichen Flanke, über die wir ohne weiteres Zögern zum Gletscher des Dôme gelangen.

Wir steigen rechtsseitig(N) relativ bequem hinauf und dann queren wir auf eine Ebene in Mitte des Gletschers. Hier befinden sich meist etwas schwieriger überwindbare Gletscherspalten , die wir links und rechts passieren müssen. Wir schreiten über einen Abzweig des Gletschers, der sich zwischen den Ausläufern des Dôme de Goûter und den Aiguilles Grises befindet, fort. Links von uns können wir über eine mittlere Ebene (NW einige Querspalten) einen Bereich aus Erde und Schnee erblicken, der oberhalb der höchsten Spitze der Aiguilles Grisses liegt. Wir erreichen den Pass an seiner deutlichsten Stelle und am Fuß einer Teilstrecke, die nun schon zugänglich ist und zu einer kleinen Anhöhe (Col des Aiguilles Grises, 3810 m. 2 h 50 min) führt. Von dort führt ein teilweise bequemer Pfad (NNO, einige Wandklettereien I, loses Gestein sowie verschneite Abschnitte) zur Bergschulter hinauf bis zum Piton des Italiens (4002 m, 3 h 20 min, Steinmännchen).

Weiter geht es rechts von uns über einen Pass zu einem Überstand nach Norden und zwei schmalen Steigungen (ONO) bis zum ersten Schneefeld, dann weiter leicht links über eine etwas breitere Gletscherschräge (NO, zwei Strecken) zum Dôme de Goûter (4304m 4 h 20 min).

Nun führt uns der Weg auf die Gouter-Route und dann zum Mont Blanc (4808 m, 6 h 30 min).

ÜBER DIE VIERTAUSENDER-ROUTE

  • Empfohlene Jahreszeit: Juni und Sommer. Die Flanken des Mont Blanc de Tacul und des Mont Maudit sind im Frühling stark verschneit und zu rissig am Ende der Saison.
  • Schwierigkeit: WS (40º bis 55º). Am Anfang der Saison kann es am Mont Blanc de Tacul häufig zu Lawinen kommen. Ernstzunehmende Spalten am Fuß des Berges und auf der Route zur Schulter des Mont Maudit (über kurze Strecken bis zu 55°, gelegentlich unzugänglich).
  • Zustieg zur Hütte Refuge des Cosmiques (45 min, 80 Hm). Anstieg zum Gipfel (7 h 20 min, 1700 Hm). Abstieg über denselben Weg oder die Goûter-Route.
  • Vorteile: schnelle Annährung und gute Lage der Hütte Refuge des Cosmiques. Elegante hoch gelegende Gletscherroute, die über drei Viertausender führt. Oberer Streckenteil wenig anspruchsvoll.
  • Nachteile: Stau an den entscheidenden Stellen des Gletschers (Gletscherspalten, Bergschrund, ständig in Veränderung). Lange Überquerungen über verworrenes Gelände bei wenig Sicht. Weiterhin ist man dem Wetter sehr ausgesetzt. Beim Abstieg gibt es unvermeidabere Steigungen. Beim Anstieg auf die Aiguille du Midi mit mechanischen Hilfsmitteln (anders nicht möglich), bekommt man nicht das Gefühl einer vollständigen Besteigung.
  • Unterkunft: Hütte Refuge des Cosmiques (3613 m, Privatbesitzer, bewartet von Ende Februar bis September , 148 Schlafplätze, Tel. 33450544016). Zulässiges Biwak am Col du Midi.
Die Bergreihe die im NNO zum Mont Blanc führt bereitet uns eine der großartigsten Besteigungsmöglichkeiten, die es in Hinsicht auf mittelmäßige Schwierigkeit gibt. Bei günstigen Wetterbedingungen kann man die Spitzen des Mont Blanc du Tacul, Mont Maudit und die der Aiguille du Midi, die zwar den höchsten Gipfel darstellt, aber über die Seilbahn erreichbar ist, innerhalb von einem Tag schaffen und sich im Vorfeld schon akklimatisieren. 1863 wurde diese Tour erstmals vollständig von R. Head, J. Grange, A. Orset und J. Perrod gemeistert.

ANSTIEG

BIS COSMIQUES

In Chamonix steigen wir in die Seilbahn der Aiguille du Midi (3750 m, 0 h) und treten aus einem Tunnel, der zum obersten Teil des Geantgletschers (verschneiter etwas ausgesetzter Grat, Fixseile) führt, anschließend geht es dann rechts (S, dann SSW) über eine seichte Flanke hinunter zur schneebedeckten Hochebene des Col du Midi. Noch vor der Anhöhe rechts auf einem kleinen Vorsprung befindet sich dann die Hütte Refuge des Cosmiques (3613 m, 25 min).

GIPFELAUFSTIEG

Gegen 1.30 Uhr geht es dann wieder zurück zum Gletscher über den Zustieg zur Hütte, danach rechts hinunter bis zur vereisten Ebene des Col du Midi (3530 m, 10 min). Nun müssen wir den großen Gletscherhang, der sich rechts vom felsigen Ausläufer (SSW) erhebt, hinaufsteigen, um je nach Bedingungen den anfänglichen Bergschrund zu überwinden (im August Wand mit 55°, gelegentlichHilfsbrücke und auch in einigen Fällen unzugänglich).

Danach geht es die lange Flanke (N, 30-35°, Scheelawinen mit instabilem Schnee, gelegentlich tritt eine weitereGletscherspalteauf) zur am weitesten rechts liegenden Schulter in der der Nähe des Gipfels (Rücken des Mont Blanc de Tacul). Anschließend geht es links (SO) ohne weitere Schwierigkeiten zur Ostseite des Berggipfels (4428 m, 2 h 45 min). Wir gehen bis etwa zur Mitte des Rückens zurück, um dann links ohne großen Aufwand eine Flanke (S, 25-30°, bei schlechter Sicht leicht verwirrend) über dem Col Maudit (4035 m, 3 h 15 min) hinabzusteigen.

Nun steigen wir schräg rechts (WSW) hinauf, um den Weg über den Gletscherhang an der nördlichen Seite des Mont Maudit einzuschlagen. Wir gewinnen ab der Mitte der Senke (SSW 35°) an Höhe und können so dann rechts (WSW) über der weniger ausgeprägten Stelle, ab der man zur Anhöhe des Mont Maudit gelangt, passieren. Die letzte Querung nach rechts über den Bergschrund und die Wand, die seinen Zustieg schützt, sind vertikalere Bereiche (45°, Abseilpunkt oberhalb), aber im allgemeinem Trittspuren.

Ab der kleinen Anhöhe des Mont Maudit (4345 m, 4 h 50 min) erreichen wir den Gipfel des Berges (4465 m, 5 h 15 min).

Wir steigen zunächst über dieselbe Route ab und orientieren uns dann zur Anhöhe der Brenva (4300 m, 5 h 45 min). Entlang einer Schräge rechts (SW) gelangen wir zu dem schneebedeckten Vorsprung Mur de la Cote (Vorsprung mit 35-40°, bei Formierung eines Bergschrunds kann es sehr schwierig werden).

Ab da bleibt nur noch ein langer Anstieg über ein weitläufiges Schneefeld (S, 300 Höhenmeter bei einer schon beachtlichen Gesamthöhe), welches zum Gipfel des Mont Blanc führt (4808 m, 7 h 20 min).

ÜBER DIE AIGUILLE DE BIONASSAY

  • Empfohlene Jahreszeit: Sommer bis Mitte August. Die Felsenabschnitte des Normalroute von Bionnassay dürfen nicht von Schnee bedeckt sein, allerdings darf der Berkamm zum Gipfel hin nicht frei vereist darliegen. Am Miagegletscher können sich am Ende des Sommers heimtückische Gletscherspalten auftun.
  • Schwierigkeit: WS +. (III+; schneebedeckter Grat, Abschnitte mit 40º). Zerklüfteter Felsen mit losem Gestein und undeutlicher Pfadabschnitt beim Zustieg zur Durier-Hütte. Die Normalroute von Bionnassay gilt als schwer und lang, später muss man einen schneebedeckten Grat bis zur Anhöhe mit selbigen Namen hinabsteigen.
  • Zustieg zur Durier-Hütte (7 h, 2300 Hm). Gipfelaufstieg (8 h, 1770 Hm). Abstieg über die Goûter-Route.
  • Vorteile: eleganter Grat mit gut ausgetretenem Pfad am Felsen, sehr elegant auch bei Schnee und ein optimales Basislager in der Durier-Hütte. Man kann ab dem Dôme de Goûter ohne Besteigung des Gipfels des Mont Blanc umkehren, falls es zu spät wird.
  • Nachteile: langwierige Annäherung über abenteurliches Gelände bis zur Durier-Hütte. Der Vorsprung SSW des Bionnassay erfordert Erfahrung im alpinen Bergsteigen und birgt zwei abzusichernde Kletterstrecken. Oberhalb gibt es Abschnitte in Mixed (II) und steilere Schneefelder (40)° bis zur Spitze. Der beeindruckende schneebeckte Bionanassaygrat hat unter guten Bedingungen einen mittelmäßigen Schwierigkeitsgrad, wird aber sehr anspruchsvoll bei Oberflächeneis oderNeuschnee oder ungünstiger Wetterlage (schwer abzusichern).
  • Unterkunft: Durier-Hütte (3355 m, CAF Saint Gervais, ganzjährig geöffnet und von Mitte Juni bis Mitte September bewartet; 14 Schlafplätze, Tel. 0689532510, Hochbetten mit Matten und Decken, im Sommer gibt es gewöhnlich nachmittags Wasser in einer Nische am Anfang des Abstiegs in Richtung der Contamines).


Den Mont Blanc über seinen ganzen SW-Grat zu besteigen ist ein großartiges Erlebnis. Man beginnt dabei bei den Dômes de Miage oder direkt an dem Bionnassaygrat, so wie wir es auch hier vorschlagen, um die Route nicht übermäßig zu verlängern. Schon die beeindruckende schneebedeckte Kante des Bionnassays wird für immer in unserem Gedächtnis bleiben. Als geschichtlichen Einwurf erinnern wir daran, dass nach der spektakulären Erstbesteigung der Aiguille de Bionnassay über die Nordwestseite des Bergs (E. Buxton, F. Grove, R. MacDonald, J. Cachet und M. Payot, 1865) der SSW Grat im Jahr 1885 von G. Gruber, K. Maurer und A. Jaun erklommen wurde. Einen Monat später meisterten K. Richardson, E. Rey und J. Bich die ganze Durchquerungbis zum Dôme de Goûter.

ANSTIEG

BIS ZUR DURIER-HÜTTE

3 km bevor man das Zentrum von Les Contamines Montjoie erreicht gibt es links eine schmale asphaltierte Abzweigung, die zur Ortschaft Gruvaz (1130 m, 0 h) führt. Dannach gelangt man schnell zum schmalen Flussverlauf vom Miage über den man zur linken Seite kommt. Wir bleiben aber nicht auf den Wegen der Schlucht, sondern steigen hinauf (S, rechts und dann links) bis zur Pferche von Le Chosal (1205 m, 15 min), die gut entfernt vom Fluss liegt.

Dort gibt es einen Abzweig (S), der geradewegs durch den Wald bis zur Hütte Maison Neuve führt und dann (links ONO) wieder zum Ufer des Flussverlaufs vom Miage zwischen den weiten Wiesen, die auch das Chalet de Miage beherbergen (1560 m, 1 h 10 min, auch mit Taxi ab Saint Gervais erreichbar). Wir entfernen uns vom Wanderweg des Col de Tricot und schreiten voran über die Wiesen (rechts, SO, mehrere Bachverläufe) in Richtung der Stirnseite des Tals bis zu einem schmalen Pfad, den man zwischen den Ablagerungen erkennen kann (O) und welcher dann hinauf führt, indem er links Hindernissen an einem Gebirgsausläufer (ONO), der von der Spitze Chapelland des Tricotsgrats ausgeht, ausweicht. Nun befinden wir uns schon in beachtlicher Höhe über dem Tal und begeben uns auf einen seitlichen Weg und gehen quer nach rechts (OSO) bis wir am Fuß eines Felsvorsprungs das Refuge du Plan Glacier erreichen (2730 m, 4 h, Privatbesitzer, 20 Schlafplätze, Verpflegung und Bewartung von Mitte Juni bis Mitte September).

Ein Pfad (S0) führt leicht abfallend entlang des Felsfußes zur Stirnseite des Tals vom Miage, dabei wird ein erster Seitenausläufer (Markierungen, Stiege I, und einige Fixseile) und später ein Schneefeld(O) und ein weiterer Vorsprung (SO, verschliessenes Seil, Steinmännchen und Abstieg zum Kamm, um über Flanken bis zum Gletscher zu gelangen) überwunden. Am Ende der Seile müssen wir hinab über einen flachen Gletscher klettern (II polierte ausgetretene Stellen, Seil empfehlenswert). Diesen passieren wir (SO Höhe 2800 m 4 h 55 min) bis ungefähr zum Fuß des Ausläufers, der den Zustieg zum Col de Miage schützt.

Anschließend geht rechts eine Felsrinne ab, die rot gekenntzeichnet ist und zu der wir uns richten müssen (S, im Allgemeinen können Gletscherspalten bis Anfang August gut überwunden werden). Wir klettern an dieser Rinne hinauf (II-, zerklüfteter Fels mit losem Gestein) bis wir die Spitze eines Seitenausläufers erreichen und begeben uns dann nach links auf ein einfaches Gelände (I+). Der Weg ist deutlich zu erkennen und im Sommer erscheint er ganz im Fels (Markierungen, Trittspuren) , der uns (O) auf die Anhöhe des Durier führt (3355 m, 7 h). Oben angekommen erstreckt sich ein Plateau, auf dem sich links die komfortable Durier-Hütte befindet.

GIPELAUFSTIEG

Weiter geht es über Felsen oberhalb der Durier-Hütte (3355 m) und wir überwinden den ersten Vorsprung, der zur italienischen Seite geneigten Flanke führt. Der Anstieg ist bequem und führt durch Platten und feste Felsen (NO Schrittspuren). Oben begeben wir uns auf ein ansteigendes Schneefeld, welches in einem schneebdeckten horizontalen Grat krönt. Auf einem Mixed - Abschnittsuchen wir nach den besten Trittstellen (I+) bis zum höchsten Punkt, nach welchem wir uns wieder nach links über eine schneebedeckte Kante begeben und anschließend eine Anhöhe am Fuß des wichtigsten Vorsprungs des Berges erreichen (3780 m, 1 h 45 min).

Wir passieren nun oberhalb und erreichen rechts einen Weg zum Fuße des auffälligen Kaminrisses, an welchem man abseilt. Wir steigen zwischen größeren Rissen und Platten (III+, IV) hinauf bis zur Kluft, an welcher sich der mit Bohrhaken abgesicherte Standplatz befindet.

Auf der letzten Strecke des Kamms befinden sich mehrere Vorsprünge, welche vorwiegend rechtsseitig mittels Mixed-Kletterei überwunden werden (II,etwas ausgesetzt) und zu einer schneebedeckten Kante führen, wo wir links (40°, sehr ausgesetzt) zur obersten Erhebung der Aiguille de Bionnassay (4052 m, 3 h 30 min) gelangen.

Nun steigen wir leicht rechts der Kante (NO, dann ONO kurz vor Gipfel) über einen einfach begehbaren Grat ab. Dieser verengt sich aber und zwingt uns, einen Vorsprung zu umqueren . Nun können wir wieder auf der italienischen Seiter weiter voranschreiten und zwar über eine immer einfacher werdende Steigung, die zur spektakulären Anhöhe des Bionnassay reicht (3888 m, 4 h 25 min).

Nun gewinnen wir über den schneebedeckten Grat (O, dann OSO) an Höhe und umgehen dabei einige Vorsprünge, dann oben auf felsigem Gelände mit recht bequemen Trittstellen etwas rechts der Kante (zerklüfteter Fels) erreichen wir den Piton des Italiens (4002 m, 4 h 50 min).

Hier begeben wir uns auf die Route des Val Veny und zur Gonella-Hütte, die sich oben auf dem Dôme de Goûter befindet (4304 m, 5 h 50 min, Abstieg zur Goûter-Hütte möglich). Von da an auf die Goûter-Route bis zum Gipfel des Mont Blanc (4808 m, 8 h).

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